Valentinstag: ein Tag voller Liebe, Verlust und Erinnerung

Jedes Jahr am 14. Februar dreht sich alles um die Liebe, Herzen, Rosen und Schokolade. Doch sollte Liebe wirklich nur an einem einzigen Tag gefeiert werden? Ich bin der Meinung, dass es viel wichtiger ist, das ganze Jahr über den Menschen, die uns am Herzen liegen, unsere Zuneigung zu zeigen. Was bringt ein Tag voller Harmonie, wenn den Rest des Jahres Distanz und Kälte in unseren Beziehungen herrschen?

Für mich ist der Valentinstag nicht nur ein Tag der Liebe, sondern auch ein Tag der tiefen Trauer. Der 14. Februar 2021 war der letzte Tag, an dem ich meine Mama lebend gesehen habe. Bereits Tage zuvor ging es ihr nicht gut, ihr Kreislauf war schwach, und sie hatte Schwierigkeiten, sich auf den Beinen zu halten. Dennoch saßen wir an diesem Valentinstag noch gemeinsam am Tisch, aßen Schweinebraten mit Kartoffeln. Sie war erschöpft, ihr Gesicht blass, ihre Augen traurig. Keiner von uns hätte geahnt, dass es unser letztes gemeinsames Essen sein würde.

Am nächsten Morgen dann, als ich zu ihr kam, sah ich sie dort liegen, und dieser Moment brannte sich unauslöschlich in mein Herz. Seitdem ist der Valentinstag für mich nicht mehr nur ein Tag der Liebe, sondern auch ein Tag der Erinnerung, des Verlustes und der Reflexion darüber, wie wichtig es ist, unsere Liebsten jeden Tag wertzuschätzen.

Liebe im Alltag – eine Herausforderung

Besonders in langjährigen Partnerschaften oder mit Kindern im Haushalt gerät die Zweisamkeit oft in den Hintergrund. Ich nehme mich da selbst nicht aus: Seit der Geburt unserer Tochter hat sich vieles verändert. Mein Mann bekommt nicht mehr die Aufmerksamkeit und Liebe, die er verdient. Die Momente der Nähe sind seltener geworden, Intimität weicht Erschöpfung. Doch woran liegt das?

Die Antwort ist für mich klar: Stress, Unausgeglichenheit, die Herausforderungen des Elternseins, körperliche Veränderungen, Müdigkeit, ein krankes Kind und vieles mehr. Der Alltag ist oft so überwältigend, dass kaum Raum für Kuschel Einheiten oder intime Momente bleibt.

Wege zurück zur Nähe und Selbstliebe
  1. Bewusst Zeit nehmen
    Kleine Gesten im Alltag können Großes bewirken. Ein liebevoller Blick, eine Umarmung zwischendurch sind wertvoller als ein riesiges Geschenk am Valentinstag.
  2. Selbstfürsorge nicht vergessen
    Wer sich selbst keine Liebe schenkt, kann sie auch schwer weitergeben. Sich kleine Auszeiten gönnen, um aufzutanken, kann helfen, die Beziehung zu stärken.
  3. Kommunikation als Schlüssel
    Reden ist essenziell. Offene Gespräche über Bedürfnisse und Emotionen helfen, Missverständnisse zu vermeiden und Nähe wieder bewusst aufzubauen.
  4. Intimität neu entdecken
    Intimität muss nicht immer körperlich sein – auch emotionale Nähe kann tief verbinden. Gemeinsame Erlebnisse schaffen Vertrautheit und stärken die Beziehung.
  5. Regelmäßige Rituale schaffen
    Ob ein wöchentlicher Date-Abend, ein gemeinsames Hobby oder einfach fünf Minuten bewusste Zweisamkeit am Tag – Rituale geben Beständigkeit und fördern die Verbundenheit.
Selbstliebe als Basis für starke Beziehungen

Nicht nur die Liebe zum Partner ist wichtig – auch die Liebe zu sich selbst spielt eine entscheidende Rolle. Wer sich selbst wertschätzt, seine eigenen Bedürfnisse ernst nimmt und für sein eigenes Wohlbefinden sorgt, kann auch in Beziehungen ausgeglichener und liebevoller sein.

Valentinstag kann ein schöner Anlass sein, sich bewusst mit dem Thema Liebe auseinanderzusetzen – doch wahre Liebe zeigt sich in den kleinen Momenten des Alltags. In diesem Sinne: „Zeige Liebe, heute und an jedem anderen Tag!“

Namasté, eure Nadine

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