Mondlicht über dem Kopfkissen

Kennst du das? Es ist Vollmond, du fühlst dich eigentlich müde, aber dein Kopf rattert, dein Kind steht plötzlich zum dritten Mal im Schlafanzug vor dir und dein Partner liegt quer im Bett und sägt gefühlt 5 Hektar Wald nieder.

„Na klar“, sagst du dir. „Es ist (kommt) Vollmond!

Aber ist das wirklich so? Macht der Mond uns wach, oder ist das alles nur Einbildung?

Was die Forschung sagt

Ich habe ein bisschen recherchiert und tatsächlich haben sich auch österreichische Wissenschaftler:innen mit dieser Frage beschäftigt. Und hier kommt die Überraschung: Der Vollmond ist offiziell freigesprochen – zumindest meistens.

MedUni Wien (Gerhard Klösch) In einer Studie mit rund 200 Personen über mehrere Wochen zeigte sich:

  • Nur 10 % gaben an, bei Vollmond schlechter zu schlafen.
  • Ganze 25 % empfanden ihren Schlaf als besser in dieser Phase!
    Das heißt: Für viele ist der Vollmond sogar förderlich – oder zumindest harmlos.

Langzeit-Tagebuch-Studie (Österreich, über 6 Jahre) Auch hier: Kein messbarer Zusammenhang zwischen Mondphase und Schlafqualität. Das Interessante? Manche Proband:innen fühlten sich besser ausgeruht – was gegen das gängige Mond-Klischee spricht.

Schweizer Studie (Basel, 2013) Die wohl bekannteste Studie mit 33 Teilnehmenden zeigte:

  • 5 Minuten längeres Einschlafen
  • 20 Minuten kürzerer Gesamtschlaf
  • 30 % weniger Tiefschlaf
    Aber: Die Ergebnisse konnten in größeren Studien nie eindeutig wiederholt werden.
Was bedeutet das jetzt für mich – und dich?

Ganz ehrlich? Ich bin keine Schlafforscherin, aber eine Mondfühlerin. Ich spüre den Vollmond – manchmal intensiv. Nicht jede Nacht, aber oft. Und auch meine Klient:innen berichten davon:

  • Kinder, die plötzlich nachts „Einhörner hören“
  • Männer, die zur Mondnacht reden wie Philosophen im Halbschlaf
  • Frauen, die aufwachen mit dem Drang, das ganze Schlafzimmer umzuräumen

Ist das messbar? Vielleicht nicht.
Ist es spürbar? Auf jeden Fall!

Die lustige Seite des Vollmonds

Lass uns mal ehrlich sein – hier ein paar Dinge, die regelmäßig auf den Vollmond geschoben werden:

  • Mein Kind schläft wie ein Flummi auf Zucker – Vollmond
  • Die Damen und Herren auf der Straße, fahren als hätten sie den Führerschein gewonnen – Vollmond
  • Der Hund bellt Richtung Fenster, obwohl draußen nichts ist – Vollmond
  • Die sichtlich gereizte Kassiererin schnauzt dich an der Kasse an, weil du zum zweiten Mal den Bankomat-Karten-Pin falsch eingegeben hast – Vollmond
Was du tun kannst, wenn du wirklich schlecht schläfst

Ob’s nun der Mond ist oder nicht – guter Schlaf ist Gold wert. Hier ein paar Tipps, die helfen können:

1. Abschirmen: Licht raus, Dunkelheit rein Verdunkelungsvorhänge, Schlafmaske, keine Bildschirme 1 Stunde vor dem Schlafen.

2. Abendritual: Runterkommen statt rotieren Tee, Atemübung, sanftes Dehnen oder einfach bewusst den Tag abschließen.

3. Gedanken raus – Vertrauen rein: Schreib vor dem Schlafen 3 Dinge auf, für die du dankbar bist. Das lenkt die Aufmerksamkeit weg vom „Was wäre wenn?“ und hin zum Jetzt.

4. Und wenn du nicht schlafen kannst… …dann akzeptier es. Steh kurz auf, lies ein paar Seiten, streck dich – und schau vielleicht mal bewusst in den Mond. Statt gegen ihn zu kämpfen, kannst du ihn auch als Einladung zur Pause sehen.

Fazit: Mondschein-Magie oder Mythos?

Die Wissenschaft sagt: Der Vollmond stört unseren Schlaf nicht systematisch.
Aber das bedeutet nicht, dass du nichts spürst. Vielleicht reagierst du auf Licht, auf Stimmungen, auf Zyklen. Vielleicht ist es auch deine ganz persönliche „Mond-Zeit“, die dir zeigt: Jetzt wäre Ruhe gut.


Spür in dich hinein. Vertraue deinem Körper. Und nimm den Vollmond nicht zu ernst – vielleicht will er dich nur kurz wachrufen.

Namasté, eure Nadine

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